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Zehn Irrtümer rund um die Kreditkarte

Kreditkarten sind ein häufig genutztes Zahlungsmittel, vor allem im Internet. Trotzdem genießt das Plastikgeld bei vielen Verbrauchern keinen guten Ruf. Zehn populäre Irrtümer.
Irrtum 1: Eine Kreditkarte ist unnötig, die Girocard reicht aus
Das mag für das Bezahlen und Geldabheben in Deutschland weitestgehend stimmen, im Ausland sieht die Sache anders aus. Wer zum Beispiel in den USA Geld abheben möchte, der benötigt eine Girocard mit Maestro-Logo, um Cash zu bekommen. Ist auf der Karte lediglich das V-Pay-Zeichen aufgedruckt, dann funktioniert die Karte dort nicht, sondern nur innerhalb der Europäischen Union. In dem Fall kommt man um eine Kreditkarte nicht herum. Auch das Mieten eines Autos kann schwierig werden, wenn man keine Kreditkarte hat.

Irrtum 2: Die Kreditkarte wird geklaut und das Konto leergeräumt – der Kunde haftet nicht

Falsch! Vielmehr gilt: Kann dem Kunden kein Fehlverhalten nachgewiesen werden, ist die Haftung gesetzlich auf 50 Euro beschränkt. Dieser Betrag wird allerdings häufig von Kartenanbietern übernommen, damit der tadellose Ruf nicht geschädigt wird. Bei schuldhaftem Fehlverhalten sehen sich die Anbieter aber meist nicht in der Pflicht.

Irrtum 3: Das Versicherungspaket, das bei vielen Kreditkarten üblich ist, ist ein überflüssiger Marketing-Gag
Nicht unbedingt. Wer viel unterwegs ist, der kann mit Rabatten beim Tanken oder beim Online-Shopping einiges sparen. Zudem können Zusatzversicherungen wie Reiserücktrittsversicherung oder Reiseabbruchversicherung im Ernstfall teure Stornokosten verhindern. Hier gilt es, die Zusatzleistungen genau zu prüfen und die Kreditkarte auszuwählen, die individuelle Vorteile verspricht.

Irrtum 4: Die Kreditkarte ist eine bequeme Erweiterung des eigenen Dispos
Eine fataler Irrtum: Wer seinen Dispokredit bereits ausgereizt hat und dann weiter fleißig mit der Kreditkarte bezahlt, dem droht böses Erwachen. Denn sowohl beim Dispo als auch beim Kreditkartenkonto werden die ausstehenden Beträge samt Zinsen ohne Aufschub eingefordert. Und die Kreditzinsen sind in beiden Fällen meist üppig, häufig im zweistelligen Bereich. Schnell können Kreditnehmer die auflaufenden Forderungen nicht mehr bedienen und geraten hier in die Schuldenfalle. Daher: Kredite immer mit Augenmaß aufnehmen und nicht beide Kreditmöglichkeiten gleichzeitig ausreizen.

Irrtum 5: Mehrere Kreditkarten erweitern meinen finanziellen Spielraum

Hier gilt das Gleiche wie im vorhergehenden Punkt: Wer sich Geld gleichzeitig über mehrere Kreditkarten borgt, der kann in die Schuldenfalle tappen. Außerdem verschlechtert sich durch die Ausweitung des Kreditrahmens die Bonität des Verbrauchers, denn Wirtschaftsauskunfteien wie die Schufa oder Creditreform registrieren solche Veränderungen und setzen entsprechend den Score-Wert des Kunden herab. Stufen Banken den Kunden auf Grund seiner vielen Konten und Kreditkarten als riskant ein, können Zinsaufschläge fällig sein.

Irrtum 6: Kreditkartenzahlungen kann man nicht widerrufen

Im Gegenteil: Zu Unrecht abgebuchte Beträge können bei Kreditkarten recht problemlos storniert werden. Dazu zählen nicht nur unrechtmäßige Abbuchungen, sondern auch doppelt gebuchte Beträge oder zu hoch abgebuchte Summen. Wichtig ist, dass Sie zeitnah handeln. Die gesetzliche Frist für eine Zurückbuchung beträgt acht Wochen. Danach ist eine Stornierung nur noch auf Kulanzbasis des Kartenanbieters möglich. Daher: Überprüfen Sie Ihre Kreditkartenabrechnung zeitnah und regelmäßig.

Irrtum 7: Kreditkartenzahlungen sind unsicher
Das stimmt nicht. Die Kreditkartenanbieter haben die Sicherheitsstandards ständig erhöht. Für hohe Zahlungssicherheit sorgt heute der EMV-Chip, der anders als der frühere Magnetstreifen nur sehr schwer kopiert oder manipuliert werden kann. Des Weiteren erhöhen Hologramme, versteckte Schriftzeichen und die Kartenprüfnummer die Sicherheit im Zahlungsverkehr. Die Zwei-Faktor-Authentifizierung macht den Online-Einkauf sicherer. So müssen Kunden zusätzlich zur Kreditkarten- und Prüfnummer beispielsweise eine SMS-Tan eingeben.

Tipp: Bauen Sie Kartenbetrug vor: Bewahren Sie die PIN-Nummer und die Kreditkarte niemals zusammen in der Geldbörse auf. Geben Sie Ihre Geheimzahl immer verdeckt ein, geben Sie die Karte möglichst nicht aus der Hand. Prüfen Sie beim Bezahlen, ob der Rechnungsbetrag auf der Quittung korrekt ist.

Irrtum 8: Kreditkarten sind übertragbar
Nein, Kreditkarten sind grundsätzlich nicht übertragbar. Fährt der Ehepartner oder das Kind in den Urlaub, muss man vorab für diese Person eine eigene Kreditkarte beantragen oder eine passende Girocard ins Gepäck legen. Das Kind muss aber in jedem Fall volljährig sein.

Irrtum 9: Geldabheben mit Kreditkarte im Urlaub ist teuer
Nicht mit der richtigen Kreditkarte. Bei vielen Kreditkarten fallen für Bargeldabhebungen an Geldautomaten im Ausland mehrere Euro Servicegebühr an. Mit einigen Karten können  Vielreisende jedoch rings um den Globus kostenfrei an Automaten Geld ziehen, zum Beispiel mit der Kreditkarte von DKB und Santander. Es können jedoch Gebühren des Automatenbetreibers anfallen.

Irrtum 10: Die Kreditzinsen liegen immer im zweistelligen Bereich
Auch hierbei kommt es auf die Kreditkarte an. Während manche Anbieter fast 20 Prozent Zinsen berechnen, fallen beispielsweise bei der Master Card der Deutschen Skatbank weniger als fünf Prozent Zinsen an, bei der Comdirect Visacard 6,5 Prozent und der ING Visacard 6,99 Prozent Zinsen.

Tipp: Bevor man eine Kreditkarte beantragt, sollte man genau überlegen, welche Aspekte einem wie wichtig sind, und die Angebote gründlich vergleichen.

von Max Geißler, biallo.de
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