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Riester-Vorsorge mit Pfändungsschutz

Wer mit einem Riester-Vertrag fürs Alter vorsorgt, profitiert von staatlichen Zulagen. Wichtig ist, den Zulagenantrag richtig zu stellen - auch damit das angesparte Geld pfändungssicher ist.
Beim Riester-Modell sorgen die staatlichen Zulagen für eine lohnende Rendite, vor allem wenn Kinder mit im Spiel sind. Wer dieses Jahr noch plant, einen Vertrag abzuschließen oder bereits eine Riester-Altersvorsorge anspart, sollte grundsätzlich auf seinen korrekten Zulagenantrag achten. „Dadurch wird nicht nur die staatliche Förderung gesichert, sondern man ist gleichzeitig auch vor der möglichen Pfändung seines Angesparten geschützt“, sagt die Münchener Steuerberaterin Erika Wacher. Das ist gerade in Zeiten einer länger andauernden Pandemie, in der schnell finanzielle Engpässe drohen können, doppelt wichtig.

Förderfähiger-Riester-Vertrag nicht pfändbar


Der Bundesgerichtshof hat in einem Urteil entschieden, dass das in einem Riester-Vertrag angesparte Guthaben nicht pfändbar ist, wenn der Vertrag „im Zeitpunkt der Pfändung förderfähig war, der Schuldner bereits einen Zulagenantrag für die entsprechenden Beitragsjahre gestellt hatte und die Voraussetzungen für die Gewährung einer Zulage vorlagen“ (BGH, Az. IX ZR 21/17). Ansprüche aus Riester-Verträgen sind demnach von einer Zwangsvollstreckung ausgenommen. Das angesparte Vermögen gehört bei einer Privatinsolvenz des Vertragsinhabers somit auch nicht zur Insolvenzmasse.

Dauerzulagenantrag stellen

Für Riester-Sparer bedeutet das: Wer mit seinem Zulagenantrag zu sorglos umgeht, verschenkt nicht nur viel Geld, sondern riskiert im Ernstfall, dass ihm das angesparte Geld weggepfändet werden kann. Steuerberaterin Wacher empfiehlt daher, bereits bei Vertragsabschluss einen Dauerzulagen-Antrag beim Riester-Anbieter zu stellen. Das geht auch noch zwei Jahre rückwirkend, aktuell bis zum Jahr 2018.

Die Riester-Grundzulage beträgt 2020 jährlich 175 Euro. Für jedes ab 2008 geborene Kind zahlt der Staat 300 Euro dazu, für davor Geborene 185 Euro. Um die kompletten Zulagen zu erhalten, sind vier Prozent des Bruttovorjahreseinkommens jährlich in einen Riester-Vertrag einzuzahlen, maximal 2.100 Euro. Diese Summe braucht man jedoch nicht alleine aufbringen, denn die staatlichen Zulagen fließen immer in die Berechnung des Eigenanteils mit ein.
von Fritz Himmel, biallo.de
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