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Tagesgeldangebote für Zinshopper

Wer häufiger das Tagesgeldkonto wechselt, kann seine Zinsbilanz aufbessern. Aktuell können Sparer bis zu 0,50 Prozent Zinsen kassieren.
Ein Zinsanstieg lässt weiterhin auf sich warten. Die gute Nachricht ist aber: Wenn Bankkunden aktiv werden, können sie immerhin etwas höhere Zinsen einstreichen. Gar negative Zinsen müssen definitiv nicht sein. Dafür gibt es deutlich bessere Alternativen, auch beim Tagesgeld.

Der Biallo-Index für Tagesgeld – ein Durchschnittswert aus rund 70 Angeboten – notiert aktuell bei 0,11 Prozent. Es gibt jedoch weiterhin Anbieter, die ein Vielfaches an Zinsen bieten als der Durchschnitt. Das zeigt ein Blick in den Biallo-Tagesgeld-Vergleich. Oft sind dies Angebote, um neue Kunden zu gewinnen – sogenannte Neukundenangebote. Neben dem meist überdurchschnittlichen Zins haben sie in der Regel einen weiteren Vorteil: Sie sind meist mit einer Zinsgarantie verbunden. Der Zinssatz kann während dieser Garantiezeit nicht sinken.

Neukundenangebote im Überblick

Renault Bank Direkt: Das höchstverzinste Neukundenangebot im Biallo-Tagesgeld-Vergleich stammt von der Renault Bank Direkt. Ihr Neukunden-Aktionszins in Höhe von 0,50 Prozent pro Jahr ist für drei Monate festgeschrieben und gilt für Anlagen bis 500.000 Euro. Für Beträge darüber erhalten Neukunden bei dem französischen Geldhaus 0,15 Prozent. Ab dem vierten Monat werden Anlagen bis 500.000 Euro mit dem variablen Zinssatz von aktuell 0,25 Prozent verzinst. Es gilt die französische Einlagensicherung.

Bank of Scotland: Ein noch bis zum 14. Dezember 2020 geltendes Aktionsangebot der Bank of Scotland zielt nicht nur auf Neukunden ab, sondern auch auf neues Geld von Bestandskunden. Sie garantiert für bis zu drei Monate einen Bonuszins von 0,40 Prozent, der zum variablen Basiszins von aktuell 0,10 Prozent hinzukommt. Voraussetzung: Die neuen Einlagen müssen bis zum 14. Dezember 2020 auf das Tagesgeldkonto eingehen. Die Bonuszinsphase läuft dann vom 15. Dezember 2020 bis 15. März 2021. Es gilt anders als der Name vermuten lässt die deutsche Einlagensicherung bis zu einer Summe von 100.000 Euro je Kunde.

Advanzia: Das luxemburgische Geldhaus bietet einen Neukundenzins von 0,40 Prozent für drei Monate garantiert. Der Bestandskundenzins beträgt aktuell 0,25 Prozent pro Jahr.
Wichtig zu wissen: Da die Bank ihren Sitz in Luxemburg hat, ist die Einrichtung eines Freistellungsauftrags nicht möglich. Anleger müssen sich selbst um die Versteuerung ihrer Zinsgewinne kümmern.

Südtiroler Sparkasse: Tagesgeld-Neukunden erhalten hier 0,20 Prozent für 90 Tage garantiert – danach gilt der variable Standardzins von aktuell ebenfalls 0,20 Prozent pro Jahr. Abgesichert sind Einlagen über die italienische Einlagensicherung.

Barclays: Hier liegen Tagesgeld-Sparer immer konstant 0,10 Prozentpunkte über dem Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB-Leitzins derzeit bei 0,00 Prozent). Aktuell bekommt man für sein Tagesgeld als Neukunde daher 0,10 Prozent, für zwölf Monate garantiert. Es gibt keine Mindestanlagesumme.

Auf Einlagensicherung achten

Gut zu wissen: Sparer sollten vor dem Eröffnen eines Tagesgeldkontos bedenken: Zwar sind innerhalb der Europäischen Union Spargelder bis zu einer Höhe von 100.000 Euro je Anleger abgesichert, allerdings ist nicht jedes Sicherungssystem auf dem gleichen Niveau, denn der jeweilige Staat ist der Garant für die Einlagensicherung. So bewertet die renommierte Ratingagentur Standard & Poor's zum Beispiel die Finanzstabilität Italiens mit "BBB", also durchschnittlich. Deutschland, Luxemburg, die Niederlande und Schweden haben hingegen die Bestnote "AAA" erhalten, Frankreich immerhin "AA". Estland wurde mit "AA"- bewertet und Spanien mit "A".

Überdurchschnittliche Tagesgeldzinsen für alle Kunden

Neukundenangebote sind nicht zwangsläufig höher verzinst als Angebote für Bestandskunden. Einige Banken machen keinen Unterschied zwischen Neu- und Altkunden. Sie zahlen allen Sparerinnen und Sparern die gleichen Zinsen. Das gilt etwa für die spanische Openbank, die ihr Tagesgeld aktuell mit 0,50 Prozent Zinsen pro Jahr verzinst. Voraussetzung ist hier allerdings, dass Sparer zugleich ein kostenloses Girokonto eröffnen. Die estnische Bigbank hat 0,45 Prozent Zinsen für Tagesgeldanleger im Angebot.

Selbst ein kleines Zinsplus ist besser als keines. Der Aufwand für einen Kontowechsel hält sich in Grenzen. Danach arbeiten dann die Ersparnisse von ganz alleine. Zum Vergleich: Wer 20.000 Euro an Tagesgeldeinlagen hat und das Angebot der Renault Bank direkt nutzt, erhält bei einem für drei Monate garantierten Zinssatz von 0,50 Prozent im genannten Zeitraum eine Zinsgutschrift von 25 Euro. Nutzen Zinshopper danach ähnliche Angebote, können so übers Jahr gesehen immerhin hundert Euro zusammenkommen. Das ist nicht viel, aber deutlich mehr als nichts – und allemal besser als gar Negativzinsen zahlen zu müssen.
von biallo.de
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