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Girokonto

ING-Girokonto künftig nur noch bedingt kostenlos

Ab 1. Mai dieses Jahres zahlen ING-Kunden, die keinen Mindestgeldeingang von 700 Euro vorweisen können, 4,90 Euro Kontoführungsgebühr pro Monat. Doch nur die Wenigsten werden tatsächlich zahlen müssen.
Nun unterscheidet Deutschlands größte Direktbank, die ING, genauso wie die Nummer zwei hierzulande, die Deutsche Kreditbank (DKB), zwischen aktiven und nicht aktiven Kunden. Unter einem aktiven Kunden versteht das Geldhaus eine Privatperson, die einen monatlichen Mindestgeldeingang von 700 Euro vorweisen kann. "Das sind drei Viertel all unserer Kunden", sagt ING-Pressesprecher Alexander Baumgart. Für diese Kunden ändert sich also nichts.
 
Basiskonten und Konten von jungen Leuten sind von Kontoführungsgebühr nicht betroffen

Wer diesen Betrag nicht erreicht, zahlt ab 1. Mai eine Monatspauschale von 4,90 Euro. Nicht betroffen sind Kunden unter 28 Jahren, also vor allem Studenten, sowie Inhaber von Basiskonten – also jenen Konten, bei denen es keinen Dispokredit gibt.

Die DKB hatte bereits 2016 eine ähnliche Regelung in gleicher Höhe eingeführt. Doch bei der Berliner Direktbank zahlen Kunden mit geringerem monatlichem Geldeingang keine Gebühr, sondern werden "nur" etwas schlechter gestellt, als die "aktiven Kunden". Die kostenlose Bargeldversorgung über die Kreditkarte gilt für sie nicht weltweit, sondern nur in der Eurozone. Und der Dispozins liegt mit 7,34 statt 6,74 Prozent pro Jahr etwas höher.

Kostenfreie Girokonten oft als Zweitkonten

Hintergrund für diese Entscheidungen dürfte der Umstand sein, dass zu viele Kunden die gebührenfreien Konten der Marktführer nur als Zweitkonten nutzen und nur die gebührenfreie Bargeldversorgung für sich in Anspruch nehmen. Für jede Geldabhebung mit der Visa-Karte zahlen die Banken knapp zwei Euro an Gebühren für ihre Kunden. Daher hatten beide auch einen Mindestabhebebetrag von 50 Euro eingeführt.

Warum nicht kostenlos oft doch kostenlos ist


Dass die ING dieses Konto nicht mehr "kostenlos" nennen darf, obwohl es für die meisten Kunden weiterhin kostenlos bleibt, liegt an einer Definition der Verbraucherschützer, die sich in Deutschland allgemein durchgesetzt hat. Noch immer gibt es knapp 40 Konten, für die diese Bedingungen gelten:

- null Euro monatliche Grundgebühr, ohne geforderten Mindestgeldeingang
- kostenlose Girocard und Überweisungen

Darüber hinaus gibt es noch 63 Banken, die fast kostenlose Girokonten bieten. Sie verlangen zwar keine monatliche Grundgebühr, knüpfen allerdings daran Bedingungen. Zu diesen Geldhäusern zählt ab 1. Mai auch die ING mit ihrem "fast kostenlosen" Girokonto.
von Horst Biallo
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