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Hohe Festgeldzinsen aus Schweden

Dass Geldhäuser ihre Sparzinsen deutlich erhöhen, kommt aktuell nicht allzu oft vor. Eine Ausnahme ist der schwedische Finanzdienstleister Klarna.
Viele Banken haben in den vergangenen Wochen ihre Festgeldzinsen weiter zurückgenommen. Dazu zählen zum Beispiel die Eurocity Bank, die Creditplus Bank, die Merkur Privatbank und die Grenke Bank. Für Einlagen auf Giro- und Tagesgeldkonten werden sogar bei immer mehr Geldhäusern Negativzinsen fällig. Die Sparer müssen also ein sogenanntes Verwahrentgelt zahlen, statt Zinsen gutgeschrieben zu bekommen. Das Verbraucherportal biallo.de fand bei der Untersuchung von knapp 1.300 Banken und Sparkassen 240 Institute, die Negativzinsen im Privatkundenbereich kassieren, bei Firmenkunden waren es 317 Geldhäuser.

0,90 Prozent Festgeldzinsen für zwölf Monate

Um so erstaunlicher ist für Sparer die Nachricht, dass der schwedische Finanzdienstleister Klarna seine Festgeldzinsen deutlich erhöht hat – und das gleich zweimal hintereinander. Nach einem ersten Zinsanstieg Anfang Dezember, folgte nur eine Woche später der nächste Zinsschub. So bieten die Schweden seit 9. Dezember für alle Laufzeiten deutlich mehr Zinsen als noch zu Monatsanfang: etwa bei sechs Monaten 0,50 statt 0,00 Prozent, bei zwölf Monaten 0,90 statt 0,30 Prozent und bei 24 Monaten satte 1,12 statt 0,65 Prozent pro Jahr.

Zum Vergleich: Der Durchschnittszins für Festgeld mit 24 Monaten Laufzeit liegt aktuell bei 0,23 Prozent Zinsen pro Jahr. Das belegt der Biallo-Index – ein Durchschnittswert aus rund 80 Angeboten. Bei einem Anlagezeitraum von zwei Jahren sind es 0,28 Prozent.

Auf Einlagensicherung achten
Doch Sparer sollten nicht nur einen Blick auf den Zinssatz werfen, sondern auch das Thema Sicherheit bedenken. Wichtig ist auch die Einlagensicherung des jeweiligen Landes. Eine gemeinsame europäische Lösung wird derzeit von den EU-Mitgliedstaaten verhandelt. Bislang ist es jedoch so, dass zwar EU-weit vorgeschrieben ist, dass Einlagen bis 100.000 Euro abgesichert sein müssen. Im Pleitefall aufkommen muss die Entschädigungseinrichtung des jeweiligen Landes. Je finanzstärker ein Land ist, desto sicherer ist es, dass Anleger zeitnah entschädigt werden können.

Bei der schwedischen Klarna sind Einlagen bis 950.000 schwedische Kronen (SEK) – aktuell gut 93.000 Euro – gesetzlich garantiert. Und mit einem Triple-A-Rating bei den renommierten US-Ratingagenturen Fitch, Standard and Poor's und Moody‘s besteht aktuell kein Zweifel, dass das Land Schweden im Entschädigungsfall seinen Verpflichtungen nachkommt.

Gut zu wissen: Wer überlegt, Festgeld bei Klarna anzulegen, sollte sich mit der Entscheidung besser nicht allzu viel Zeit lassen. Denn die Vergangenheit hat mehrfach gezeigt, dass Klarna die höheren Zinsen oft nur für einen kurzen Zeitraum von maximal sechs bis acht Wochen anbietet, um sie danach wieder auf das ursprüngliche Niveau abzusenken.

Weitere hochverzinste Festgeld-Angebote
Der Blick in den Biallo-Festgeld-Vergleich zeigt: Es gibt noch weitere Geldhäuser mit weit überdurchschnittlichen Zinsen - auch aus Ländern mit einem sehr guten Rating. Hierzu zählen bei einem Jahr Laufzeit zum Beispiel die deutsche Bank 11 und die niederländische Leaseplan Bank mit jeweils 0,55 Prozent Zinsen. Bei zwei Jahren Laufzeit gehören auch Grenke Bank und Ziraatbank zu den Spitzenanbieter - jeweils mit einem Zins von 0,65 Prozent pro Jahr und deutscher Einlagensicherung.

Von wesentlich längeren Laufzeiten raten Verbraucherschützer eher ab. Kommt ein Zinsanstieg, ist sonst das Geld zu lange an niedrigere Zinsen gebunden.

von biallo.de
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