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Vier Alternativen zum Dispokredit

Ist das Girokonto jeden Monat überzogen, geht das ins Geld. Viele Dispokredite kosten noch immer mehr als zehn Prozent. Wie lassen sich teure Dispozinsen vermeiden?
Knapp die Hälfte der Deutschen nutzt regelmäßig ihren Dispokredit. Steht das Girokonto nur ein paar Tage im Minus, ist dies vertretbar. Doch überziehen Sie für längere Zeit, wird die Sache teuer. Schließlich liegt der durchschnittliche Dispozins laut Biallo-Index Dispokredit - einem Durchschnittswert aus mehr als 1.000 Angeboten - noch immer bei mehr als zehn Prozent. Übers Jahr gesehen kommt dadurch ein ordentliches Sümmchen zusammen. Rutscht das Girokonto jeden Monat in die Miesen, sollten Sie sich nach preiswerteren Alternativen umschauen.

Zinssicherheit dank Ratenkredit
Im Vergleich zu den durchschnittlichen Kosten für den Dispokredit sind Ratenkredite nur halb so teuer, bei manchen Banken kosten sie gar nur ein Viertel. Das zeigt der Blick in den Biallo-Ratenkredit-Vergleich. So verlangen zum Beispiel Deutsche Skatbank, PSD Bank West, Ethikbank und 1822 direkt für einen Ratenkredit über 10.000 Euro bei 48 Monaten Laufzeit weniger als drei Prozent Zinsen.

Während es sich bei der PSD Bank West und der Ethikbank um einen feststehenden Zinssatz handelt, variiert der Zins bei der Deutschen Skatbank und 1822 direkt je nach Bonität des Kunden. Bei beiden liegt der sogenannte Zweidrittel-Zins, den zwei Drittel aller Kunden erhalten, jedoch bei weniger als drei Prozent. Bei der Deutschen Skatbank beträgt die Zinsspanne 0,97 bis 2,48 Prozent, der Zweidrittel-Zins liegt bei 2,48 Prozent. 1822 direkt verlangt 1,87 bis 5,09 Prozent, wobei zwei Drittel der Kunden für ihren Ratenkredit 2,99 Prozent zahlen.

Flexibilität dank Abrufkredit

Wer hin und wieder einen Geldbetrag braucht, der fährt mit einem Abruf- oder Rahmenkredit gut. Ähnlich wie beim Dispokredit räumt die Bank dauerhaft einen bestimmten Kreditrahmen ein, häufig bis zu 25.000 Euro. Einmal eingerichtet, kann man die Kreditlinie beliebig nutzen. Eine erneute Schufa-Anfrage ist nicht erforderlich. Zinsen werden nur auf die in Anspruch genommene Summe fällig.

Aktuell berechnen zum Beispiel Volkswagen Financial Services 2,95 Prozent Effektivzins, Oyak Anker Bank 3,33 Prozent und Ikano Bank 4,99 Prozent. Die Rückzahlung ist flexibel. Man kann sie aussetzen, nur Zinsen zahlen oder eine geringe Mindesttilgung leisten.

Tipp: Um nicht in die Schuldenfalle zu tappen, rät die Verbraucherzentrale NRW, den Abrufkredit nicht zusätzlich zum Dispokredit zu nutzen und monatlich per Dauerauftrag zu tilgen.

Kreditkarte statt Dispo
Eine weitere Möglichkeit, um einen teuren Dispokredit zu umgehen, ist die Kreditkarte. Das lohnt sich, wenn dabei eine gewisse Zeit keine Zinsen anfallen. Manche Kreditkarten buchen die Umsätze nur einmal im Monat vom Girokonto ab. Bis dahin erhält man quasi einen zinslosen Kredit.

Tipp: Prüfen Sie genau, wann bei Ihrer Kreditkarte Zinsen anfallen. Bei Teilzahlungen können teils erhebliche Kosten entstehen.

Augen auf beim Händlerkredit

Ist das Girokonto leer, die Kauflaune aber noch nicht erschöpft, kann ein Händlerkredit teure Dispozinsen vermeiden. Vor allem Möbelmärkte, Kaufhäuser und Autohändler werben immer wieder mit Schnäppchenzinsen beim Ratenkauf. Allerdings sollten Sie sich die Bedingungen genau anschauen. Oft lauern im Kleingedruckten versteckte Abschluss- oder Kontoführungsgebühren, die aus der Null-Prozent-Finanzierung schnell einen teuren Ratenkredit machen.
von Max Geißler, biallo.de
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