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Häuserpreise sollen weiter steigen

Eine Studie zeigt: Auch im kommenden Jahr werden Wohnimmobilien deutlich teurer werden - wenn auch etwas weniger stark als 2019. Eine Ursache sind die weiterhin niedrigen Bauzinsen.
Die Häuserpreise in Deutschland werden auch im kommenden Jahr stark steigen. Das zeigt eine neue Studie der Bank Edmond de Rothschild. Deren Volkswirte erwarten für 2020 ähnlich kräftige Preissteigerungen wie in den vergangenen drei Jahren. Demnach werden die Preise für Wohnimmobilien im kommenden Jahr um 6,4 Prozent nach oben gehen. Für dieses Jahr erwarten die Experten sogar einen Anstieg von 7,6 Prozent.

"Aus unserer Analyse geht hervor, dass die Wohnimmobilienpreise in Deutschland weiter kräftig, wenn auch in vermindertem Tempo steigen", sagt Ökonom Jean-Christophe Delfim, der für die Bank die Immobilienmärkte im Euroraum beobachtet. Die Studie macht dabei auch deutlich, wie stark der Anstieg in den vergangenen zehn Jahren war: Seit 2009 legten die deutschen Häuserpreise im Schnitt um zwei Drittel (66,3 Prozent) zu.

Billiges Baugeld macht Immobilien teurer

Ein Hauptgrund für das starke Wachstum sind nach Angaben der Bank die günstigen Bau-Kredite. Sie sorgen für eine hohe Nachfrage nach Wohnimmobilien und damit für steigende Preise. Laut Studie sind die Kreditkonditionen für rund ein Drittel des Preisanstiegs in den vergangenen zehn Jahren verantwortlich. Demgegenüber trugen Wachstum und Inflation nur jeweils ein Viertel zur Preissteigerung bei.

Auch künftig werden die günstigen Baukredite das Wachstum der Preise weiter antreiben. Ihre Bedeutung nehme allerdings ab, so die Studie. Ein Grund dafür dürfte sein, dass die Zinsen für Baukredite zuletzt wieder etwas angezogen haben. Das macht der Biallo-Index für Baukredit-Zinsen deutlich. Er zeigt den Durchschnittswert aller von den Banken gemeldeten Zinsen für Baukredite. Der Index war in den vergangenen zwölf Monaten stetig gefallen. Mitte Oktober hatte er mit 0,71 Prozent bei einer Zinsbindung von zehn Jahren sein Tief erreicht. Seitdem haben die Zinsen jedoch wieder angezogen. Derzeit liegt der Index bei 0,79 Prozent.

Wenig Leerstand, hohe Nachfrage

Neben den günstigen Zinsen sind in jüngster Zeit vor allem die geringen Leerstände wichtig für die Preisentwicklung geworden. Derzeit stehen nach Angaben der Studie nur gut sieben Prozent der Wohnimmobilien leer. Das ist der niedrigste Wert seit 20 Jahren. Geringe Leerstände spiegeln das knappe Angebot an Wohnimmobilien wider. Gepaart mit der hohen Nachfrage wegen günstiger Kredite entsteht damit ein anhaltender Preisauftrieb.

Wer einen Immobilienkauf plant, sollte daher damit rechnen, dass die Preise auch in den kommenden Monaten weiter nach oben gehen. Das gilt nicht nur für die großen Städte, wo nach Angaben des Statistischen Bundesamts die Häuserpreise im Jahresvergleich zuletzt um zehn Prozent zulegten. Selbst in dünn besiedelten ländlichen Gegenden ist nach Angaben der Statistiker der Anstieg mittlerweile deutlich zu spüren. Im zweiten Quartal 2019 stiegen die Preise dort um 4,2 Prozent verglichen mit dem Vorjahr.

Baukredite weiterhin sehr günstig

Trotz zuletzt gestiegener Kreditzinsen können Immobilienkäufer dabei noch immer auf günstige Darlehen zurückgreifen. So sind zehnjährige Annuitätendarlehen für einen Kreditbetrag von 300.000 Euro bereits ab 0,35 Prozent effektivem Jahreszins zu haben. Bei Volltilgerdarlehen, bei denen der Zins bis zur vollständigen Tilgung des Kredits gleichbleibt, gibt es Darlehen über 200.000 Euro mit einer 20-jährigen Laufzeit ab 0,75 Prozent.

Um die künftige Zins-Tendenz abzuschätzen, sollten Immobilienkäufer die Entwicklung bei Pfandbriefen beobachten. Deren Renditen veröffentlicht die Bundesbank täglich. Mit Pfandbriefen refinanzieren die Banken ihre Immobilienkredite. Die Bauzinsen folgen daher den Pfandbrief-Renditen. Und auch diese steigen: Zehnjährige Pfandbriefe rentieren derzeit laut Bundesbank mit 0,2 Prozent. Das Allzeit-Tief vom August dieses Jahres lag bei minus 0,2 Prozent.

von Andreas Jalsovec
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