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Für die Familie vorsorgen

Risikolebensversicherung sichert Dach über dem Kopf

Wer Hinterbliebene zu versorgen hat, sollte auf eine Risikolebensversicherung setzen. Oft sind zwei Policen sinnvoll - eine sichert den Lebensunterhalt, eine den Immobilienkredit.
Die Risikolebensversicherung garantiert den Hinterbliebenen eine vertraglich vereinbarte Versicherungssumme, sollte die versicherte Person vor Ende der Laufzeit sterben. Bei konstanten Policen bleibt die Versicherungssumme über die gesamte Laufzeit hinweg gleich. Damit eignet sie sich besonders für die Absicherung der Lebenshaltungskosten einer Familie. „Beide Elternteile sollten eine Police in Erwägung ziehen, auch wenn nur einer der Alleinverdiener ist. Denn stirbt der Elternteil, der die Kinder versorgt, entsteht oft Betreuungsbedarf, der finanziert werden muss“, sagt Peter Grieble, Versicherungsexperte bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

Risikolebensversicherung mit fallender Versicherungssumme
Tilgen Familien einen Immobilienkredit, können sie diesen über eine separate Risikolebensversicherung mit fallender Versicherungssumme absichern. Dabei reduziert sich die Versicherungssumme während der Laufzeit linear zur Kreditsumme. Im Todesfall kann mit der Summe dann die Restschuld getilgt werden. „Durchaus kann es für Familien sinnvoll sein, mehrere Policen abzuschließen: Jeder Elternteil eine mit konstanter Summe, um den Lebensunterhalt zu sichern, eine mit fallender Summe zur Kreditsicherung“, sagt Grieble.

Wie lange die Risikolebensversicherung laufen sollte
Die Laufzeit konstanter Policen sollte so lange sein, bis die Kinder aus dem Haus sind und eine Ausbildung absolviert haben. „Wir empfehlen unseren Kunden mindestens bis zum 25. Lebensjahr der Kinder“, sagt Melanie Weis, Versicherungsexpertin bei Direktversicherer Cosmos Direkt. Bei Policen mit fallender Versicherungssumme ist die Laufzeit des Kredits ausschlaggebend. Die Police sollte in der Regel bis zur vollständigen Tilgung des Kredits laufen.

Versicherungssumme individuell festlegen

„Bei der Höhe der Versicherungssumme ist stets der individuelle Bedarf entscheidend“, betont Verbraucherschützer Grieble. Zwar kursiert die Faustregel, dass Paare ohne Kinder das Dreifache des Bruttojahreseinkommens absichern sollten, Paare mit Kindern das Fünffache. „Das sollte jedoch nicht das erste Kriterium sein“, sagt Weis. „Im Einzelfall kommt es darauf an, wie viel Einkommen im Todesfall tatsächlich wegfällt, welche Einnahmen fließen, ob Vermögen vorhanden ist, welcher finanzielle Aufwand monatlich zu decken ist und welche Schulden zu tilgen sind.“

Erbschaftssteuer umgehen
Bei hohen Versicherungssummen kann im Leistungsfall Erbschaftssteuer fällig werden, das gilt vor allem für unverheiratete Paare. Eine Überkreuz-Versicherung vermeidet das: Vertraglich ist jeweils das Leben des anderen versichert. „Vorteil ist, dass die Auszahlung im Todesfall steuerfrei ist, sofern Versicherungsnehmer, Bezugsberechtigter und Beitragszahler identisch sind“, sagt Melanie Weis.

Noch ein Tipp: „Verträge sollten unbedingt Nachversicherungsoptionen ohne erneute Gesundheitsprüfung bieten, um die Versicherungssumme veränderten Lebensumständen anpassen zu können“, sagt Grieble.

So viel kostet eine Risikolebensversicherung
Alter, Gesundheitszustand, Versicherungssumme und Laufzeit fließen in die Beitragsberechnung ein. Ein junger, gesunder 30-Jähriger erhält einen günstigen Risikoschutz für zwischen 20 und 30 Euro im Monat für eine Versicherungssumme von 450.000 Euro (Laufzeit 30 Jahre). Direktversicherer können oft mit günstigen Beiträgen punkten, etwa Hannoversche, Huk24, Europa und Cosmos Direkt. Manche Anbieter verlangen auch 70 oder 80 Euro für denselben Schutz.
von Annette Jäger
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