Aktuelle Themen

Berufsunfähigkeitsversicherung

Falsche Angaben gefährden Berufsunfähigkeitsschutz

Wer eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen will, muss dafür in der Regel Gesundheitsfragen beantworten. Dabei sollte man sehr sorgfältig sein.
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist der wichtigste Schutz zur finanziellen Absicherung bei Verlust der Arbeitskraft. „Deshalb sollte jeder so früh wie möglich und bei guter Gesundheit eine Police abschließen“, rät Bianca Boss vom Bund der Versicherten.

Kleine Fehler können teuer werden

Die Fragebögen bei Vertragsabschluss haben es jedoch in sich. Schon scheinbar kleine Fehler beim Ausfüllen können später teuer werden. Vor allem bei den Gesundheitsfragen ist Achtsamkeit geboten. "Die Gesundheitsfragen müssen wahrheitsgemäß beantwortet werden", sagt Boss. Wer hier die Fakten nicht mehr genau kennt, sollte beim Arzt oder der Krankenkasse nachfragen, um später auf der sicheren Seite zu sein. Gerade kleine Probleme wie Rückenschmerzen, die ab und zu mal vom Arzt mit Spritzen behandelt wurden, werden hier oft nicht angegeben, da sie für unbedeutend angesehen werden.

Versicherer kann Versicherungsschutz verweigern


Die Korrektheit der Antworten ist jedoch von großer Bedeutung für die Frage, ob der Versicherer im Leistungsfall komplett, teilweise oder womöglich gar nicht zahlt. Wer die Gesundheitsfragen objektiv falsch beantwortet, hat keinen Anspruch auf Zahlungen aus der Berufsunfähigkeitsversicherung (OLG Karlsruhe, Az.: 12 U 140/12). Das Fatale: Der Versicherer prüft erst nach Eintritt eines Versicherungsfalls die Richtigkeit aller Angaben. Nach dem Versicherungsvertragsgesetz sind Versicherungsnehmer dazu verpflichtet, hier jede Auskunft zu erteilen, die zur Feststellung der Leistungspflicht des Versicherers erforderlich ist. Dafür sind auch die Ärzte von der Schweigepflicht zu entbinden, damit die Assekuranz die relevanten Daten erheben kann. Trotz jahrelanger Prämienzahlung könnte man dann ohne Leistung und Versicherungsschutz dastehen.

Aber: Sollte ein Versicherungsvertreter von sich aus etwas nicht korrekt ausgefüllt haben, haftet die Versicherung für dessen falsche Angaben. Auch wenn er auf eine Frage oder wichtige Ausführung im Antrag gegenüber dem Antragsteller nicht eingeht, damit der Antrag positiver ausfällt, geht dies nicht zu Lasten des Versicherten. Wichtig ist, dass der Versicherte den Sachverhalt gegebenenfalls belegen kann, zum Beispiel durch einen Zeugen.

von Fritz Himmel
Zurück
Lesen Sie auch zum Thema
Zinsentwicklung Tagesgeld (3 Monate, Biallo-Index)
© 2019 Biallo & Team GmbH - www.biallo.de