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Berufsunfähigkeitsversicherung

Vorsicht Beitragsfalle: Prämiendifferenzen beachten

Vor dem Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) sollten Versicherungskunden neben dem Prüfen des Leistungskatalogs auch einen genauen Blick auf die Beitragsstrukturen werfen.
„Die Kosten für eine BU-Police werden mit einem Zahl- und einem Bruttobeitrag angegeben“, sagt Michael Franke von der Ratingagentur Franke & Bornberg. Marktvergleiche im Februar 2019 zeigten hier jedoch zum Teil deutliche Differenzen zwischen beiden Werten, mit möglichen fatalen Auswirkungen für die Versicherten. Doch wo genau liegt der Unterschied zwischen den beiden Beiträgen?

Brutto/Netto-Prämien bei der Berufsunfähigkeitsversicherung
Der Bruttobeitrag ist die vertraglich festgelegte Prämie, die für den jeweiligen Versicherungsschutz kalkuliert wurde. Tatsächlich ist der günstigere Zahl- oder Nettobetrag fällig. Dieser errechnet sich, nachdem vom Bruttobeitrag die vom Versicherer erwirtschafteten Überschüsse abgezogen worden sind. Für diese Überschüsse gibt es aber keine Garantie. „Die Überschüsse gelten immer nur für das folgende Versicherungsjahr. Der Nettobeitrag kann, je nach Entwicklung der Überschüsse, schwanken“, sagt Franke. Wirtschaftet der Versicherer schlechter als erwartetet, fallen die Überschüsse geringer aus und der Zahlbeitrag kann in Richtung Bruttobeitrag steigen.

Hält das momentane Zins-Tief weiter an, so dürfte das in Zukunft bedeuten, dass die Beiträge nach oben gehen. Und das gilt dann nicht nur für neu abgeschlossene Policen, sondern auch für bereits laufende Verträge.

Prämiendifferenz sollte nicht mehr als 30 Prozent betragen
Laut Kerstin Becker-Eiselen von der Verbraucherzentrale Hamburg sollte daher die Spanne zwischen beiden Werten nicht mehr als 30 Prozent betragen. Ist ein größeres Missverhältnis zu erkennen, stellt sich die Frage nach der Kalkulation des Anbieters. Oder ob er wegen des Wettbewerb-Drucks nur mit einem niedrigen Netto-Beitrag auf Kundenfang geht.

In einem sehr guten Brutto-/Netto-Verhältnis stehen zurzeit Allianz, Hannoversche oder die Dialog. Canada Life garantiert sogar keinerlei Beitragserhöhungen während der gesamten Laufzeit. Bei einigen aktuellen Angeboten dagegen könnte sich der Beitrag im ungünstigsten Fall sogar verdoppeln. Mit einem teuren Erwachen für die Versicherten, denn sie dürfen - anders als bei Stromverträgen oder der Kfz-Versicherung - solche Preiserhöhungen nicht zum Anlass nehmen, die Versicherung zu kündigen.
von Fritz Himmel
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