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Bauzinsen in Corona-Zeiten

Die Talfahrt beim Baugeld scheint gestoppt. Darlehen mit zehn Jahren Zinsbindung kosten im Schnitt 0,69 Prozent Effektivzins pro Jahr.
Noch im Oktober schien sich der durchschnittliche Baugeldzins wieder seinem Allzeittief zu nähern. Nun könnte eine Trendumkehr einsetzen. Aktuell liegt der Biallo-Index für Baugeld mit zehn Jahren Zinsbindung – ein Durchschnittswert aus fast 100 Angeboten – bei 0,69 Prozent Effektivzins pro Jahr.

Kurzer Rückblick: Im Frühjahr zeigte sich die Corona-Krise auch bei den Bauzinsen mit großer Wucht: Innerhalb kürzester Zeit sank der Durchschnittszins auf bis zu 0,65 Prozent, aber knackte noch Ende März wieder die 0,75-Prozent Marke. Seit Mai zeigte sich wieder eine langsame Tendenz nach unten, die nun jedoch stoppte.

Covid-19-Impfstoff könnte für Zinsanstieg sorgen


Die neuerliche Trendwende könnte wieder im Zusammenhang mit der Corona-Krise stehen. Nachdem das Mainzer Biotech-Unternehmen Biontech und der US-amerikanische Pharmakonzern Pfizer am 9. November erfolgversprechende Studienergebnisse zu ihrem potenziellen Covid-19-Impfstoff verkündet hatten, sprangen nicht nur die Aktienmärkte an, sondern auch die Zinsen für Bundesanleihen und Pfandbriefe. Grund ist die steigende Risikoneigung von Investoren, die ihr Geld aus den "sicheren Häfen" in risikoreichere Anlageklassen umschichten. Ein weiterer positiver Impuls könnte von der Erfolgsmeldung des US-Konzerns Moderna kommen, dessen Impfstoff sogar noch wirksamer sein soll.

Die jüngste Entwicklung deutet kurzfristig auf weiter steigende Bauzinsen hin. Denn die Renditen auf dem Pfandbriefmarkt sind ein wichtiger Gradmesser für die Bauzinsen, da Banken ihre Immobilienkredite überwiegend durch Pfandbriefe refinanzieren – also mit Anleihen, die durch Grundstücke und Immobilien besichert sind. Das bedeutet: Je mehr Zinsen die Bank für ihre ausgegebenen Pfandbriefe berappen muss, desto höher fallen auch die Bauzinsen aus, die sie an ihre Kunden weiterreicht. Und für die Pfandbriefe wiederum sind die Renditen von zehnjährigen Bundesanleihen ein Richtwert.

Zum Vergleich: Anfang November lag der Zinssatz für Bundesanleihen mit zehn Jahren Laufzeit bei minus 0,65 Prozent. Infolge der Erfolgsmeldung ging es immerhin auf minus 0,48 Prozent nach oben (Stand 11. November 2020), um dann jedoch wieder leicht zu sinken. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Pfandbrief-Renditen.

Weiterhin sehr gute Zinslage


Eins ist klar: Die Zinsänderungen finden auf einem sehr niedrigen Niveau und in geringem Ausmaß statt. Abhängig sind sie von vielen weiteren Faktoren wie der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank und der Konjunkturentwicklung.

Wer eine Baufinanzierung plant, findet weiterhin hervorragende Finanzierungsbedingungen vor. Noch vor wenigen Jahren mussten Kreditnehmer bereit sein, ein Vielfaches an Zinsen zu zahlen.

Ein Blick in den Biallo-Baufinanzierungsvergleich zeigt: Es gibt deutliche Unterschiede zwischen den Angeboten. Das betrifft die Zinsen, aber auch kundenfreundliche Extras wie kostenlose Sondertilgungen und Tilgungssatzwechsel.

Baudarlehen mit 15 Jahren Zinsbindung ab 0,49 Prozent Effektivzins


In Zeiten niedriger Zinsen empfehlen Experten, eine lange Zinsbindung von 15 Jahren oder länger zu wählen. Immobilienkäufer erkaufen sich die langfristige Zinssicherheit in der Regel durch einen Zinsaufschlag. Einen Baukredit mit 15 Jahren Zinsbindung gibt es laut Biallo-Index im Schnitt für 0,97 Prozent Effektivzins. Die Hypovereinsbank vergibt entsprechende Darlehen bereits für 0,68 Prozent effektiver Jahreszins. Bei einem Kreditbetrag von 300.000 Euro, 3,5 Prozent Anfangstilgung und einer Beleihung von 60 Prozent entspricht das einer monatlichen Rate von 1.045 Euro. Bei der Degussa Bank werden 0,70 Prozent fällig. 0,71 Prozent rufen PSD Bank Rhein Neckar Saar und 1822 direkt auf. Wer beim Vergleich auch Finanzmakler mit einschließt, wird ab 0,49 Prozent fündig. An der Spitze des Biallo-Vergleichs finden sich hier CE-Baufinanz, DTW Immobilienfinanzierung und Immo-Finanzcheck.

Auf Extras achten


Doch nicht nur auf den Zins kommt es an. Wer eine Baufinanzierung mit kostenlosen Sondertilgungsmöglichkeiten abschließt und regelmäßig beispielsweise das Weihnachtsgeld oder das Baukindergeld aufs Kreditkonto fließen lässt, kann seine Zinskosten erheblich senken. Verlangt das Geldhaus einen Aufschlag für Sondertilgungen, sollten Kreditnehmer genau abschätzen, ob sich das lohnt. Kostenlose Sondertilgungsmöglichkeiten in Höhe von fünf Prozent der Darlehenssumme ermöglichen zum Beispiel 1822 direkt, Hypovereinsbank, KZVK, Sparda-Bank Baden-Württemberg und die ING. Bei der Debeka sind es sogar zehn Prozent.

Gerade in unsicheren Zeiten kann es hilfreich sein, wenn die Baufinanzierung Tilgungssatzwechsel zulässt. Sinkt beispielsweise durch Arbeitslosigkeit das Haushaltseinkommen, kann auch die Kreditrate reduziert werden. In einigen Verträgen ist dies gar nicht vorgesehen. Andere Geldhäuser lassen sich Tilgungssatzwechsel bezahlen – durch einen Zinsaufschlag oder eine feste Gebühr pro Wechsel. Es gibt jedoch auch Kreditgeber, die dieses Extra unter bestimmten Bedingungen kostenlos anbieten. Dazu zählen zum Beispiel ING, Sparda-Bank West und Volksbank Mittweida.
von biallo.de
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