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Private Rentenversicherung

Steuern beeinflussen Rendite

Die tatsächliche Rendite einer privaten Rentenversicherung hängt nicht nur vom Produkt selbst ab. Auch Steuern spielen eine Rolle.
Wer über Jahrzehnte eine private Zusatzrente anspart, sollte dabei bedenken: Auch Steuern haben bei der Altersvorsorge einen Einfluss auf die tatsächliche Rendite. „Und zwar in der Anspar- als auch in der Auszahlungsphase“, sagt die Münchner Steuerberaterin Erika Wacher. So spendiert der Staat bei einem privaten Rentenversicherungsvertrag zwar keine direkten Fördergelder, dafür profitieren Sparer aber in allen Vertragsphasen von Steuervorteilen.

Ansparphase:
Alle Erträge wie Zinsen oder Dividenden bleiben in der Ansparphase komplett steuerfrei, mögliche positive Zinseszinseffekte während der Laufzeit kommen ungeschmälert zum Tragen.

Auszahlungsphase: Meist hat der Versicherte bei Laufzeitende die Wahl zwischen einer einmaligen Kapitalauszahlung oder einer lebenslangen Rente. So kann er – entsprechend seiner individuellen Lebenssituation – entscheiden, ob einmalig das gesamte angesparte Kapital oder ein regelmäßiger monatlicher Geldzufluss für ihn vorteilhafter ist.

Wird die Kapitalauszahlung gewählt, so ist der erzielte Gewinn nur zur Hälfte steuerpflichtig. Voraussetzung für nach 2005 abgeschlossene Verträge: Der Vertrag muss mindestens zwölf Jahre lang gelaufen und der Versicherte mindestens 62 Jahre alt sein. Wird die Rente gewählt, so winkt lebenslang ein Steuerbonus. Das Finanzamt greift hier nur auf den Ertragsanteil zu. „Dieser Ertragsanteil ist ein fester Prozentsatz der bezogenen Rente, der sich nach dem Alter zu Rentenbeginn richtet und während der gesamten Rentenbezugszeit gleich bleibt“, sagt Steuerprofi Wacher.

Beispiel:
Herr A. ist 67 Jahre alt. Laut Ertragsanteils-Tabelle (Paragraf 22 Einkommensteuergesetz) beträgt der Ertragsanteil für seine Rente 17 Prozent. Das heißt, nur diese 17 Prozent der Rente gelten als Einkünfte und wären für die Steuererklärung relevant. Erhält Herr A. monatlich 450 Euro Zusatzrente, braucht er davon nur 76,50 Euro (17 Prozent) zu versteuern. Unterstellt man einen Steuersatz von 25 Prozent, so fallen real nur rund 19 Euro an Steuern an.
von Fritz Himmel
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