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Altersvorsorge

Riester-Vertrag nicht kündigen

Viele Verbraucher fragen sich, welche Auswirkungen die Corona-Krise auf ihre bestehende Altersvorsorge hat. Welche Maßnahmen sind in diesen turbulenten Zeiten sinnvoll und was passiert mit den bereits gezahlten Beiträgen?
Voreilig Produkte kündigen, wäre sicher der falsche Weg. Bei einem Riester-Vertrag gilt zudem eine Beitrags- oder Zinsgarantie, so dass Sparer trotz Corona-Krise zumindest das rausbekommen sollten, was ins Riester-Depot eingezahlt wurde. Da hierzu auch die geschenkten staatlichen Zulagen gehören, profitiert man immer.

Riester-Verträge eignen sich vor allem für Familien und Geringverdiener. Neben der eigenen jährlichen Grundzulage von 175 Euro im Jahr erhalten Riester-Sparer für alle ab 2008 geborenen Kinder zusätzlich eine jährliche Förderung von je 300 Euro. Für davor geborene Kinder gibt es 185 Euro jährlich. Bei zwei kleinen Kindern und angenommenen 20 Jahren Kinderzulage würde der Staat insgesamt 12.000 Euro nur für die Kinder extra spendieren.

Einbußen im Rentenalter vermeiden

Wichtig ist, dafür zu sorgen, dass immer die vollen Zulagen ins Depot fließen.
Mechthild Winkelmann von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen rät daher, bei der Riester-Rente die Verträge soweit möglich weiterlaufen zu lassen: „Wer die Verträge nicht fortführt, schafft sich zwar heute Liquidität, muss dafür aber finanzielle Einbußen in der Rentenphase hinnehmen“.

Beitragsfrei stellen statt kündigen

Zu beachten ist hier Folgendes: Wer plant, vorzeitig aus seinem Riester-Vertrag auszusteigen, und sich sein (mögliches) Vertragsguthaben auszahlen lassen möchte, muss bei einer kompletten Kündigung vor Vertragsende alle staatlichen Zulagen und erhaltenen Steuervorteile zurückzahlen. Je nach Vertragssituation sind hierbei dann auch deutliche Verluste möglich. Wer trotz allem seine Riester-Altersvorsorge beenden möchte, der sollte besser den bestehenden Riester-Vertrag beitragsfrei stellen und nichts mehr einzahlen. Das angesparte Geld bleibt dort stehen, verzinst sich bis Vertragsende weiter und alle bis dahin erhaltenen staatlichen Förderungen sind sicher.
von Fritz Himmel, biallo.de
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