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Worauf es bei Festgeld ankommt

Der erste Blick vieler Anleger richtet sich auf den Zinssatz. Bei Festgeldern sollten Sparer aber noch einige weitere Punkte beachten.
Je nach Anlagezeitraum sind für Anleger aktuell bis zu zwei Prozent Festgeldzinsen drin. Das zeigt ein Blick in den Biallo-Festgeld-Vergleich. Festgeld gilt als relativ unkomplizierte Anlageform. Es gibt keine komplizierte Gebührenstruktur und die Rendite ist nicht abhängig von schwer zu durchschauenden Bedingungen.

Bei Festgeld gibt es schlichtweg einen festgeschriebenen Zinssatz, an dem sich während der Laufzeit nichts ändert. Dennoch gibt es einige wichtige Punkte, auf die Anleger achten sollten:

Die richtige Laufzeit
 
Als erstes stellt sich natürlich die Frage, wie lange das Geld festgeschrieben werden soll. Grundsätzlich gilt: Je länger die Laufzeit ist, desto höhere Zinsen können Anleger kassieren. In der aktuellen Niedrigzinsphase sind jedoch selbst bei fünfjähriger Laufzeit kaum mehr als ein Prozent Zinsen pro Jahr drin. So bietet die estnische Bigbank 1,15 Prozent Zinsen pro Jahr, die französische Renault Bank direkt 1,05 Prozent und Kommunal Kredit Invest aus Österreich 1,01 Prozent. Sollte es aber zu einem allgemeinen Anstieg des Zinsniveaus kommen, haben Anleger mit langlaufendem Festgeld das Nachsehen. Sie müssen bis zum Ende der Laufzeit abwarten, ehe sie vom Zinsanstieg profitieren können. Deshalb raten Verbraucherschützer in Niedrigzinsphasen, auf nicht allzu lange Laufzeiten zu setzen. Sinnvoll kann auch sein, den Anlagebetrag aufzuteilen auf einjähriges, zweijähriges und dreijähriges Festgeld. So wird jedes Jahr Geld frei, dass gegebenenfalls höher verzinst angelegt werden kann.

Wichtig ist natürlich auch, wann der Anleger das Geld braucht. Liegt es zum Beispiel für ein neues Auto auf der hohen Kante, sollte es auch rechtzeitig verfügbar sein. Denn bei Festgeld ist in aller Regel nicht vorgesehen, dass Sparer vorzeitig an ihr Geld kommen. 

Einlagensicherung bis 100.000 Euro
Innerhalb der EU gilt die gesetzliche Einlagensicherung über 100.000 Euro pro Bank und Kunde. Für die Sicherung ist jedoch nicht die EU zuständig, sondern der jeweilige Staat. Die Stiftung Warentest empfiehlt nur Geldinstitute aus EU-Staaten, die von allen drei großen Ratingagenturen Fitch, Moody`s und Standard & Poor`s die Top-Bewertung AAA oder AA erhalten haben. Hierzu zählen zum Beispiel Banken mit deutscher, französischer, österreichischer, schwedischer und niederländischer Einlagensicherung. Über die gesetzliche Einlagensicherung hinaus gibt es weitere frewillige Sicherungssysteme. Das umfangreichste ist der Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB), dem viele Privatbanken in Deutschland angehören. Er sichert Bankeinlagen in mehrstelliger Millionenhöhe pro Sparer ab. Das Gleiche gilt für die Einlagensicherung bei Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken.

Was ist bei der Zinsgutschrift zu beachten?
Bei mehrjähriger Festgeldanlage ist es vorteilhaft, wenn die Zinsen nicht ausgezahlt, sondern wiederangelegt und mitverzinst werden – so entsteht ein Zinseszinseffekt.

Rechtzeitig kündigen
Anleger sollten sich rechtzeitig überlegen, was mit dem Geld am Laufzeit-Ende geschehen soll. Kümmert sich der Sparer nicht, kann je nach Geldinstitut das Kapital abermals zur gleichen Laufzeit angelegt werden - zu den dann gültigen Zinsen. Bei anderen Anbietern verbleibt das Geld als unverzinste Sichteinlage, die aber jederzeit abgehoben werden kann. In wieder anderen Fällen werden Anlagesumme und Ertrag auf das Girokonto überwiesen.

Zinssätze genau vergleichen 
Nicht zuletzt sollten Sparer aber natürlich die Zinsen genau vergleichen. Trotz Niedrigzinsphase gibt es hier erhebliche Unterschiede. So liegt der Durchschnittszins für Festgeld mit einem Jahr Laufzeit aktuell bei 0,22 Prozent. Das belegt der Biallo-Index, ein Durchschnittswert aus 75 Angeboten. In der Spitze sind aber laut Biallo-Vergleich selbst bei Geldhäusern mit höchstem Länderrating bis zu 0,60 Prozent Zinsen pro Jahr drin. So viel bietet die Grenke Bank. Bei Bank 11 und Leaseplan Bank sind es 0,55 Prozent und bei Merkur Privatbank, Ziraatbank sowie AKF Bank sind es 0,50 Prozent.
von biallo.de
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